Ach Portofino, eines dieser Geschichte umwobenen Juwel von Italien. Wir verstehen natürlich den ganzen Rummel der um dieses kleine Fischerdörfchen gemacht wird. Die Ausgangslage ist natürlich auch wie prädestiniert um eines der Must-Sees für Touristen zu werden. Eine kleine Bucht wie aus dem Bilderbuch, mit einem malerischen Hafen und farbenfrohen Fischerhäuschen. Schon vor langer Zeit von den Reichen und Schönen dieser Welt entdeckt als ideale Destination, ihren Reichtum mit luxuriösen Jachten zur Schau zu stellen, konnte es gar nicht anders kommen, als das Portofino weltberühmt wurde. In Lieder besungen und als Kulisse für Kinofilme, ist es natürlich zu einem Sehnsuchtsort für viele Reisende geworden. Doch aus unserer Sicht ist es zu einer dieser Orte geworden welcher sicher schön zu besuchen ist aber man auch nicht unbedingt gesehen haben muss. Ein Dorf welches Opfer seiner Schönheit geworden ist, wobei die Magie schon lange verloren gegangen ist. 

Aber wir verstehen das Verlangen es selber mit eigenen Augen zu sehen, denn schließlich waren wir selber auch dort. Trotz unsere etwas negativen Sichtweise, möchten wir natürlich dass du das Maximum aus einem Besuch machst, darum haben wir diesen Guide geschrieben. Wir hoffen dass du die Magie von Portofino findest, welche uns verborgen geblieben ist. 

1. Piazzetta

Die Piazzetta oder “Piazza Martiri dell’Olivetta” wie sie mit richtigem Namen heisst, ist die erste Sehenswürdigkeit an welche man zwangsläufig heran läuft. Der kleine zentrale Platz vor dem Hafen wird von den bunten Häuser Portofinos umrahmt. Ein idealer Platz um einfach zu verweilen und den Blick auf die Yachten im Hafen oder die grüne Landschaft zu geniessen. 

Hier finden sich auch diverse Cafés und Restaurants auf deren Terrassen du die die lokalen Spezialitäten probieren kannst. 

2. Burg Brown

Nachdem du etwas Zeit auf der Piazzetta verbracht hast, wird es Zeit Portofino weiter zu erkunden. Die Burg Brown wird dir sicher schon aufgefallen sein. Auf einem Felsvorsprung thronend, überwacht sie die kleine Bucht und den Hafen. Diese strategische Lage hatte natürlich auch einen Verteidigungs- und Schutzfunktion für das kleine Dorf. Die Festung früher als Burg San Giorgio bekannt, wurde im zwölften Jahrhundert erbaut, zu einer Zeit als die gefürchteten sarazenischen Piraten immer wieder Überfälle ausübten. 

Der Aufstieg zum Brown Castle ist ein absoluter Pflichttermin. Die Festung beherbergt heutzutage ein Museum und bietet einen herrlichen Blick auf die kleine Bucht Portofino. Alleine dieser Postkarten Ausblick ist die 5 Euro Eintritt wert. 

3. Die Kirchen von Portofino

In Portofino gibt es mehrere Kirchen zu besichtigen. Unweit des Brown Castle auch über dem Dorf erhöht, liegt die San Giorgio Kirche. Diese nach dem Schutzpatron von Portofino benannte Kirche ist eher schlicht gehalten. Allerdings hat man auch von hier einen herrlichen Blick auf das Dorf und die andere Seite der Bucht. 

Die aus dem 12. Jahrhundert stammende San Martino Kirche, in der Nähe der Piazzetta, ist die größte und älteste Kirche von Portofino. Eine Besonderheit dieser ist ihre Fassadenverzierung mit horizontalen Streifen. Auch der reich im Barockstil dekorierte Innenraum ist einen Besuch wert. 

Nördlich des Dorfes findet sich die kleine, farbenfrohe Capella di San Sebastiano. Diese kann man bei einer Wanderung im regionalen Naturpark von Portofino erkunden. Zu diesem Punkt werden wir später noch kommen.

4. Punta del Capo und der Leuchtturm von Portofino

Wenn du beim Brown Castle gewesen bist und noch mehr Lust interessante Ausblicke hast, können wir dir den Punta del Capo mit dem Leuchtturm empfehlen. 

Die Anlage befindet sich an der Südspitze von Portofino dem Sogenannten Punta del Capo. Von hier aus hat man einen wunderbaren Panoramablick auf das Meer, die Bucht und den Golf von Tigullio. Der schöne Spaziergang nimmt etwas 40 Minuten in Anspruch.

Dabei sollte man die Belohnung bei der Bar auf der Terrasse des Leuchtturms nicht vergessen. Geniesse hier ein Aperitif mit Blick auf das Meer. 

5. Museo del Parco

Ganz spannend ist das Freilichtmuseum von Portofino. Das Museo del Parco ist ein internationale Zentrum für Freilichtskulturen. Anfang der 1980er Jahre angelegt bietet dieses mehr als 120 Skulpturen welche in der wunderschönen grüne Parkanlage bewundert werden können. Bei den Skulpturen handelt es sich um Werke von italienische und internationalen Künstler. Das Museum ist leicht zu finden, liegt es direkt neben der Anlegestelle der Fähre. Außerdem kann man einige der Werke schon von der Hafenpromenade aus bestaunen, wie zum Beispiel das steinerne Nashorn, welches in luftiger Höhe schwebt. 

Wer zeitgenössische Kunst mag, dem können wir einen Besuch ans Herz legen. 

6. Die ligurische Küche genießen

Selbstverständlich muss man bei einem Besuch in Portofino auch von der lokalen ligurischen Küche kosten. Schließlich befinden wir uns in Italien.

Als altes Fischerdorf gibt es natürlich zahlreiche Gerichte welche auf Fisch und Meeresfrüchten basieren. Andererseits ist in ligurien das “Focaccia” eine Art Fladenbrot mit Oliven eine Spezialität. Genauso wie das Pesto, welches ursprünglich aus Genua stammt. Diese kann zum Beispiel in einer feinen Lasagne genossen werden. 

7. Verschiedene Wasseraktivitäten unternehmen

Wenn man das Meer und verschiedene Wasseraktivitäten liebt, kann man Portofino aus einer ganz speziellen Perspektive erkunden. Denn das Dorf und Kap liegt in einem Meeresschutzgebiet und bietet dadurch eine reiche Meeresfauna und -flora. Gewisse Aktivitäten sind dadurch zwar reglementiert, auf der anderen Seite kann man herrliche Meereslandschaften bewundern. 

Schwimmen

Wer gerne schwimmt oder einen Strandtag verbringt, kann dies in der Baia Canone machen. Ein wunderschöner öffentlicher Strand mit Kieselsteinen und grossen Felsen, welcher teilweise im Schatten liegt. 

Boot

Auch wenn die luxuriösen Yachten welche im Hafen von Portofino ankern für die meisten von uns unerschwinglich bleiben, so kann man trotzdem die italienische Riviera von einem Boot aus genießen. Einerseits gibt es Fähren welche Portofino, mit der Abtei San Fruttuoso und Santa Margherita verbinden, andererseits diverse private Anbieter, mit welchen man einen Abstecher aufs Meer unternehmen kann. 

Paddel / Kajak

Stand Up Paddling und Kajaks sind die idealen Wassergeräte um die Schönheit der Küste zu erkunden. Von hier aus bietet sich eine einmalige Perspektive auf die Landschaft und das kristallklare Wasser. 

Tauchen und Schnorcheln

Für Taucher ist vor allem die in der Nähe liegende Abtei San Fruttuoso erwähnenswert. Dort in der Tiefe kann man die 2.5 Meter grosse Statue “Christus des Abgrundes” entdecken. 

Aber auch Schnorchler finden entlang der Küste immer wieder interessante Felsformationen und können mit den Fischschwärmen mitschwimmen. 

8. Den Naturpark Portofino erkunden

Der grösste Reichtum von Portofino ist wohl der regionale Naturpark, welcher die gesamte Halbinsel unter Schutz stellt. Dadurch ist diese das perfekte Gebiet um unzählige Wanderungen in außergewöhnlicher Umgebung zu unternehmen. Man kann bis zu der Abtei San Fruttuoso oder nach Punta Chiappa und dem Monte Portofino (610 m) gehen. 

Wie kommt man nach Portofino?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten nach Portofino zu gelangen.

Flugzeug

Wer mit dem Flugzeug nach Italien reist, für den ist der Flughafen Genua-Colob der nächstgelegene. Ca. 30 km entfernt kann man von dort mit dem Mietwagen oder Zug nach Portofino gelangen. 

Zug

Der nächstgelegene Bahnhof von Portofino ist Santa Margherita Ligure. Ca. 5 Kilometer entfernt kann man von dort aus zu Fuss oder mit dem Bus nach Portofino gelangen. Es handelt sich in dem Fall um die Linie 82, welche in den Sommermonaten alle 20 Minuten (bis 20 Uhr) fährt. Eine Fahrkarte ist problemlos am Automaten erhältlich. 

Zu Fuss

Von Santa Margherita kann man den auf dem 5 km langen Küstenwege einen schönen Spaziergang unternehmen. Dabei kommt man an Villen, Beach Clubs und versteckten Buchten vorbei.

Boot

Portofino ist mit diversen Orten im Golf von Tigullio per Schiff-Shuttle Service verbunden. 

Auto

Portofino ist auch mit dem Auto erreichbar. Das Dorf selber ist zwar reine Fußgängerzone aber bei der Piazza Martiri della Libertà befindet sich ein Parkhaus. Wobei die Gebühren fürs Parkieren ziemlich teuer sind. Außerdem ist Portofino eine Sackgasse. Das heisst die vielen Autos welche an einem schönen Sommertag nach Portofino fahren, müssen auch wieder die kurvige, schmale Strasse zurück. Dadurch kommt es immer wieder zu Staus und Verkehrsbehinderungen.